Letztes Jahr habe ich einen kurzen Artikel über „Destinationsentwicklung im Medizintourismus" veröffentlicht. Ein wesentlicher Bestandteil der Entwicklung einer Medizintourismus-Destination besteht darin, alle Stakeholder zusammenzubringen.

Im Medizintourismus gibt es viele Stakeholder. Doch nicht alle lassen sich aktiv steuern. Zu den Stakeholdern, die aktiv gesteuert werden können, zählen der gastgebende Staat, die Leistungserbringer im Gesundheitswesen, der Dienstleistungs- und Einzelhandelssektor sowie Hotels.

Ohne die aktive Steuerung dieser Stakeholder lässt sich eine Destination nicht entwickeln. Sie benötigen deren Leistungen, Engagement und Verbindlichkeit (sowohl finanziell als auch nicht-finanziell), um Ihre Unique Service Propositions (USPs) zu schaffen oder zu schärfen.

Stakeholder zusammenbringen

Der erste Schritt besteht darin, all diese Stakeholder zusammenzubringen. Sie benötigen nicht zwingend eine eigene juristische Person (Verein, Kapitalgesellschaft oder Ähnliches), um alle zusammenzuführen, in späteren Phasen ist dies jedoch ratsam, insbesondere wenn Sie Finanzen strukturieren und die Einhaltung von Verpflichtungen sicherstellen müssen. In den meisten Fällen ist, je nach Rechtsordnung, ein Verein hierfür am besten geeignet.

Häufig wird der Prozess von einer Handvoll Stakeholder angestoßen, die in der Vergangenheit gut zusammengearbeitet haben und den Bedarf sahen, ihrer Kooperation mehr Nachdruck zu verleihen.

Memorandum of Understanding

Um das Netzwerk zu erweitern, müssen weitere Stakeholder angesprochen werden. Ich rate dringend dazu, nach ersten Gesprächen ein Memorandum of Understanding (MoU) zu unterzeichnen. Auch wenn es in den meisten Fällen rechtlich nicht bindend ist, stellt es die Verbindlichkeit gegenüber dem Prozess sicher, sodass das Ziel durch gemeinsame Anstrengungen erreicht werden kann. Bestimmte Elemente müssen enthalten sein, etwa die Bereitschaft, künftig einen Beitrag zu leisten, sowie gemeinsame Maßnahmen in Form von Finanzierung, Material und Personal. Meine Erfahrung hat gezeigt, dass ohne ein Memorandum of Understanding die Treffen allmählich ausbleiben und sich nach einigen Monaten niemand mehr daran erinnert, worüber gesprochen wurde.

Regelmäßige Kommunikation

In der Anfangsphase sind monatliche Treffen ratsam, wobei zweiwöchentliche Austausche in der Regel ein besseres Ergebnis erzielen und das Gespräch am Laufen halten. Lassen Sie ein Mitglied Ihres jeweiligen Teams die Treffen protokollieren und senden Sie diese Protokolle zur Bestätigung an alle Teilnehmer. Auf diese Weise können Sie sicherstellen, dass alle auf dem gleichen Stand sind. Ich gehe bewusst näher auf das Mikromanagement ein, da es die Grundlage bildet. Großartige Ideen und viel Ehrgeiz sind schon oft an mangelnder Organisation gescheitert, und die Medizintourismus-Branche bildet dabei keine Ausnahme.

Zusammenfassung der wichtigsten Elemente

Ich hoffe, der Auftakt der Serie hat Ihnen gefallen.